Dublin

 Hauptstadt der Grünen Insel

Wenn man in eine Großstadt fährt, macht man das am besten an einem Tag, an dem die Stadt frei ist von Leuten mit Einkaufstüten oder welche, die so mal auf die schnelle ein paar irische Pfund loswerden wollen;
Statur aus den Park der Erinnerung
Park der Erinnerung

dachten wir!!
Als wir ankamen hatte kein Parkhaus auf, es war kein Parkplatz zu finden.
Als wir dreimal um die Innenstadt gefahren waren, entschied ich mich den Wagen in einer gut befahrenen Straße vor einen Konsulat abzustellen. - Ein fataler Fehler. (Nein, kein Parkverbot, keine Behinderung. - Ich durfte dort parken!)
Also Stadtrundgang! Als erstes ging es über eine kleine, an Wochentagen wahrscheinlich belebte Einkaufsstraße.
James Joyce
James Joyce
1. Attraktion eine Statue von James Joyce (1882-1941), bedeutender irischer Schreiberling.

Aber da die Statue uns nichts sagte, machten wir uns wieder auf den Weg, denn wir wollten als erstes ins Wachsfigurenkabinett. Bei unserem Glück hatte es an Sonntagen verspäteten Einlass.
Aber wir wurden für unsere Warterei belohnt, denn es kann sich mit Madame Tussaud´s in London messen lassen.

Wachsfiguren
Wachsfiguren
Das Wachsfigurenkabinett von Dublin
Die Guppe U2 , Freddie Mercury , Das letzte Abendmahl
Die Ninja Turtels , Igelhausfrau , Fred Feuerstein

Nach soviel Wachs mußten wir wieder unsere Beine vertreten, unser Weg fürte uns an einen kleinen Park vorbei, dem Memorial-Park. Dann gings über die Hauptstraße. An einer Doughnut-Bude kamen wir nicht vorbei.
Am Ende dieser Straße befindet sich ein Postgebäude. Am Ostersonntag 1916 wurde dieses Postamt von etwa 1500 Bewaffneten unter der Führung James Connolly´s besetzt und die Irische Republik ausgerufen. Sie konnten sich aber nur 1 Woche gegen die Engländer wehren, dann wurde das Postamt zurückerobert.
Dieser Ostersonntag (Easterrising , Osteraufstand) ist allgegenwärtig in Dublin und ließ uns nicht mehr los.
Post
Das Postgebäude auf der O´Connell Street

Aber zunächst führte uns unser Weg zur Half Penny Bridge. Wie der Name schon sagt, eine Zoll-Brücke, das überqueren kostete einst einen halben Penny. Aber wir durften umsonst passieren.
Nun ging es zur Burg. Und wieder warten, denn es gab eine Führung. In einem Keller durften wir die ursprünglichen Mauern der einst imposanten Stadtburg sehen und viele schöne Zimmer. Unter anderem auch ein Zimmer, in dem ein gewisser James Connolly, (den hatten wir doch schon mal), wohnen durfte, bis er zum Gefängnis gebracht wurde.
Dieses Gefängnis ist zu besichtigen, ein Grund für uns, uns wieder auf die Socken zu machen.
Christ Church
Christ Church Cathedral
Die Christ Church Cathedral von 1172, die wir auf unserem Weg mitnahmen, hat uns sehr imponiert.

Etwa auf halben Weg kamen wir an der Guinnes-Brauerei vorbei. Ein Besuch in deren Ausstellungsräumen lohnt sich, denn es gib nicht nur Bier zu sehen.
Dann erreichten wir das Kilmainham Gaol, das ehemalige Gefängnis von Dublin.
Schon das Tor war sehr imposant und auch die große Halle hatte den Besuch lohnenswert gemacht.
Aber wir wollten mehr; nach einem leicht einschläfernden Film der Höhepunkt, eine Führung durch die einzelnen Zellen: "Hier hat mal der Mann eingesessen, dessen Frau die Freundin war von dem, der in einer anderen Zelle, die wir dann später besichtigen eingesessen hat."........Gähn.........

Kilmainham Gaol
Das Kilmainham Gaol
Große Halle , Eingangstor , Das Gefängnis

Hinrichtungsort
Hinrichtungsstelle
Endlich, zum Wachwerden ging es auf den Gefängnishof. Wir sahen die Stelle an der die dreizehn Männer

hingerichtet wurden, die zur Führung der Postgebäudebesetzer von 1916 gehörten.
Genau gegenüber befand sich die Stelle, an welcher der aus der Burg geholte Connolly nach dem geltenden Kriegsrecht erschossen wurde.
Daniel O´Connell - Statur
Daniel O´Connell
Wir machten uns auf den Rückweg. An der O´Connell Bridge, steht eine Statue von dem Politiker  Daniel O´Connell, der 1823
den Emancipation Act durchsetzte, der den unterdrückten Katholiken wieder Rechte einräumte. Bei einem Schaufensterbummel durch die leere Innenstadt fiel uns noch ein Haus auf, in dem eine Druckerei stand, die 1916 Flugblätter für das freie Irland druckte. Alle die in diesem Haus wohnten und arbeiteten wurden noch am Ostersonntag 1916 verhaftet. Jetzt wurde es aber Zeit zurück zum Auto zu gehen. Schon von weiten kündigte sich die Bescherung an. Ein Fenster wurde eingeschlagen; bei näherem hinsehen wurden einige wertvolle und einige weniger wertvolle Dinge gestohlen.

Was mich am meisten fertig machte, war jedoch die Tatsache, das mir wunderschöne Bilder, die auf noch nicht entwickelten Filmen im Fahrzeug lagen ,entwendet wurden. Und auch unsere Rückfahrkarten waren gestohlen! Natürlich hatte keiner der Anwohner was gesehen. Wir ließen den Fall von der Polizei aufnehmen und bekamen eine Adresse vom Victims Support, bei dem wir uns an nächsten Tag melden sollten.
Traurig, ohne zu wissen, wie unser Urlaub weitergehen sollte, fuhren wir zurück zu unserem Urlaubsdomiziel.
Das Malheur mit unserem Auto bescherte uns einen zweiten Tag in Dublin.
 
 
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