Richie´s Return

Paris Friedhof: 15:00Uhr
Friedhof Dawson steht nach vorn gebeugt vor dem Grab von Richie, sein Stock gibt ihm Halt. Eine Träne läuft über seine Wange. Daß schon seit einigen Minuten Methos und Duncan hinter ihm stehen, hat er gar nicht gemerkt. "Ich beneide dich darum, Dawson", Duncan spricht Joe an, um die Stille zu unterbrechen. "Du kannst deiner Trauer freien Lauf lassen." "Seid ihr schon lange da?", fragt Dawson, der sich nicht umdreht, sondern nur unauffällig mit einem Taschentuch seine Tränen trocknet. "Eine ganze Weile schon.", meint Methos, der näher ran kommt und seinen Arm um Dawson legt. Auch Duncan kommt jetzt näher, doch als ob die beiden anderen nicht da wären, geht er an ihnen vorbei und stellt sich neben Richies Grab. Richie´s GrabEr macht sich Vorwürfe, daß alles so gekommen ist, aber er läßt sich nichts anmerken.

"Was würdet ihr sagen, wenn da unten nicht Richie liegt ????", überlegt Dawson, zuckt aber im gleichen Moment zusammen, denn er wollte dies eigentlich nicht sagen. "Joe, hör auf, ich will davon nichts hören, ich hab genug durchgemacht." Duncan scheint etwas verärgert zu sein: "Du hast dich doch selber um die Beerdigung gekümmert." "Ich weiß es ja selber, es war ein Unsterblicher im Sarg, der genauso aussah wie Richie, vielleicht war es ja auch Richie .............ich weiß es ja selbst nicht." " Joe," Methos schaut Dawson in die Augen und redet beruhigend auf ihn ein, "lass es gut sein." Joe greift in seine Manteltasche und holt den Bierdeckel heraus. "Da schaut!" Duncan nimmt den Bierdeckel und liest Richies Nachricht. "Und?" "Wenn Richie diese Nachricht um 16:30 Uhr geschrieben hat, kann er unmöglich um 16:45 Uhr an der alten Rennbahn gewesen sein." "Dawson, überleg doch mal, glaubst du Richie ist vor 3 Jahren einfach so abgedüst nach Brasilien und macht sich da ein paar schöne Jahre????", Duncan schüttelt den Kopf, "Vergiss es Joe!" "Moment mal", Methos mischt sich ein, "was hast du denn mit Amanda gemacht????" Duncan reagiert erst gar nicht auf Methos Bemerkung, sondern schaut gleich in Richtung Dawson, weil er von ihm eine Antwort erwartet. "An diesem Tag sind bei Sprengungen für die Metro die darunterliegenden Katakomben zum Teil eingestürzt." "Ach Joe, das sind doch zu viele Zufälle." Duncan deutet an, daß er gehen will. "Zufall?", Dawson versucht sich zu rechtfertigen ,"Ariman hat mir Beine geben können und sie waren echt!" Duncan schaut in Richtung Methos: "Was sagst du denn eigentlich dazu?"

Dover Castle, England 1224
"Mr Adams kommen sie schnell." Der Arbeiter, der den Raum betrat, tat dies, ohne anzuklopfen. "Was ist denn los? ", Methos steht von dem Tisch auf, hinter dem er gesessen hatte: "warum so aufgeregt?" "Der Weststollen, er ist eingestürzt!!!" schon machte sich der Arbeiter zurück aus dem Raum. "Waren denn Menschen drin?" Methos versucht, dem Mann zu folgen. "Nein, es muss letzte Nacht passiert sein, zu dieser Zeit ist keiner der Arbeiter da." Die Männer hatten den Stollen erreicht und Methos sah sich den Schaden an. "Das wirft uns wieder 2 Monate zurück." Methos schaute sich um: "Es ist unmöglich an dieser Stelle wieder den Stollen freizugraben, wir werden weiter unten, wo das Gestein fester ist, neu anfangen. Der hier bleibt so wie er ist." Noch am gleichen Tag fingen die Arbeiter an, einen neuen Stollen in Westrichtung zu graben.

Am Abend bekam Methos weiblichen Besuch. Eine der Bediensteten betrat den Raum." Ich muß Euch eine wichtige Mitteilung machen, Mr.Adams" "So," Methos ging im Raum auf und ab,"worum geht es?" "Mr. Fitzcairn wollte sich mit mir gestern nacht treffen.", die Frau war etwas errötet, als sie dies sagte. Methos bot ihr einen Stuhl an: "Dieser kleine Charmeur!" "Unser Treffpunkt sollte der Weststollen der Katakomben sein.", sie senkte den Kopf, "und ich habe mich nicht getraut hinzugehen." Sofort, ohne sich weiter um die Frau zu kümmern, ging Methos zur Tür und sandte nach einen seiner Getreuen, der die Arbeiter zusammen holte. Diese machten sich gleich an die Arbeit, den Weststollen freizugraben. Doch es war ein schwieriges Unterfangen, denn das Erdreich darüber rutschte immer wieder nach. Methos beaufsichtigte die Arbeiten die ganze Nacht, doch die Grabungen waren erfolglos. Am nächsten Morgen kamen die Soldaten des Königs, die mit Fitzcairn gekommen waren, und verhafteten Methos wegen Verrat an der Krone. Ihm wurde vorgeworfen Fitzcairn getötet und dann seinen Leichnam verschwinden lassen zu haben. Sie gaben ihm keine Chance sich zu verteidigen und wollten ihn nach London überführen, doch es gelang ihm die Flucht und er verließ England für eine lange Zeit.

Paris Friedhof: 15:15 Uhr
"Wir sollten noch mal auf das Boot gehen.", überlegt Duncan, ohne weiter auf Methos Geschichte einzugehen, "Ich hab da noch das Buch über Ariman, vielleicht steht da ja noch was interessantes drin". "Du meinst also auch, an der Sache könnte was dran sein????" Dawson bleibt stehen und putzt sich die Nase. Duncan wartet ab, bis er das Taschentuch wieder eingesteckt hat und antwortet dann: "Es ist wie mit dem Strohalm, an dem du dich festhältst, obwohl du weißt, daß er nicht hält." "Oh, das war aber jetzt poetisch, Duncan," grinst Methos, der ein wenig neben Duncan herschlendert. "Dann mal los zum Boot.", Dawson enteilt trotz seines Gebrechens den beiden, "liegt es denn noch am Fuße von Notre Dame?" "Ich hoffe es." sagt Duncan, der jetzt den Astra erreicht hat. Dawson war schon ein ganzes Stück zu weit, so daß Duncan ihn zurückrufen mußte. "Fährst du mit uns oder hast du einen eigenen Wagen?" "Ich bin mit der Metro hier, einen Leihwagen kann ich mir nicht leisten." Dawson macht sich auf den Weg zurück zum Auto. "Wieso hast du denn dein Boot noch???" "Maurice hat´s gepachtet", sagt Duncan, mit einem Blick kontrollierend, ob alle eingestiegen sind." Ich hoffe er hat meine Sachen nicht zum Trödelmarkt gebracht und das Buch existiert noch."