Richie´s Return

Paris Hausboot: 15:45 Uhr
Duncan´s Boot Schon auf dem Steg kommt Maurice den drei entgegen: "Hallo Duncan, das ist ja eine Überraschung, hallo ihr zwei." Maurice schaut Methos und Dawson kurz an, dann wendet er sich wieder Duncan zu. "Hätte ich gewußt, daß ihr kommt, hätte ich was feines gekocht." Duncan und die anderen gehen über den Steg. Der Franzose geht rückwärts und kommt fast zu Fall. "Ein Pruneaux d'Agen mit Roquefortfüllung oder Rinderroulade mit Chabichou gefüllt, aber leider fehlen mir da die Zutaten." "Maurice hol bitte einmal tief Luft." "Wieso?", Maurice dreht sich auf seinen Absatz um und geht ins Boot. "Oh, eine Zwiebelsuppe könnte ich machen, verfeinert mit Cognac und dann Reibekäse darüber streuen, im Backofen goldgelb überbacken, das wird euch munden." "Irgendwas stimmt hier nicht," Duncan schaut auf das Innere des Bootes, "so aufgeräumt." "Vielleicht liegt es daran, daß du hier nicht mehr aufräumst", grinst Methos, der es sich gleich auf dem Sofa bequem macht.

Dawson setzt sich neben ihn: "Waren wir nicht wegen etwas bestimmten hier???" "Das Buch!" Duncan ruft in Richtung Küche, wo Maurice mit dem kochen begonnen hatte: "Maurice? weißt du, wo meine Sachen sind????" "Die hab ich in dem Raum hinter der Toilette gelagert." Dancan holt einmal tief Luft und verschwindet in einem Verschlag, der sich hinter der Toilette befindet. Es dauert eine Weile, dann hatte er gefunden, was er suchte. Als er mit dem Buch wieder kam, hatte Maurice das Essen schon aufgetischt. Methos und Dawson lassen sich die Suppe schmecken. Duncan hingegen läßt seinen Teller stehen und fängt an in den Buch zu blättern. Nach einer Weile, seine Suppe ist inzwischen kalt geworden, schaut er auf und blickt zu Dawson. "Das könnte was sein. Hier steht, daß man annimmt, daß Ariman Freunde und Bekannte seines Gegners nicht beeinflussen kann, wohl aber Fremde und diese kann er in jede Gestalt verwandeln, die er will." Duncan legt das Buch an Seite und nimmt seine Suppe.

"Was ich mich all die Jahre gefragt habe, warum ist Richie so nah an mich herangetreten, obwohl ich mit meinem Schwert herumgefuchtelt habe - Warum hatte er sein Schwert nicht gezogen?? Warum hat er nicht Abstand gehalten, obwohl ich ihn schon mehrmals ungewollt bedroht habe?" "Vielleicht weil er noch jung und unerfahren war?" Methos versucht eine Antwort auf Duncans Fragen zu finden, aber eigentlich stellte er sich die gleichen Fragen, denn er hatte Richie kennengelernt, als er wirklich noch keine Erfahrung als Unsterblicher gesammelt hatte. Doch über einen sehr kurzen Zeitraum hatte Richie mehr dazugelernt, als er selber in seinen ersten 500 Jahren. "Nein," beantwortete Methos seine Frage selbst, "Richie, wenn er an diesem Tag bei klaren Verstand war, hätte sich nicht so einfach so köpfen lassen."

"Wenn ich das jetzt richtig verstehe," Dawson lehnt sich in dem Sessel etwas zurück, um seinen Rücken zu entlasten. "Ariman konnte Richie nicht zur alten Rennbahn locken, weil er Freunde von dir nicht beeinflussen kann???? Was war dann mit mir? Er hat mir Beine gegeben, was war denn das ???" "Ein Traum!" meint Duncan, dem die Suppe nicht mehr zu schmecken scheint ,denn er stellt den Teller wieder weg, ohne viel gegessen zu haben. "Er kann in dein Unterbewußtsein, wenn du schläfst und dir Dinge vortäuschen, von denen du dann überzeugt bist, sie seien echt." "Aber er mußte doch Richie von der Rennbahn und vom Boot fernhalten, nehmen wir mal an, es war wirklich nicht Richie, den du einen Kopf kürzer gemacht hast." Methos ist ein wenig nachdenklich, als er dieses sagt. "Er kann jeden Fremden den Auftrag gegeben haben Richie woanders hinzulocken." sagt Duncan, der weiterhin in dem Buch liest und noch nicht einmal aufblickt. "In die Katakomben!" fährt Dawson dazwischen."Aber da sind damals bei der Sprengung der U-Bahn 2 km eingestürzt, wir brauchen Jahre, um uns da durchzugraben." "So etwas geht mit einen kleinen Trick schneller." sagt Methos und fängt wieder an, aus seiner Vergangenheit zu plaudern.

Dover Castle 1435
Oh, Mister, natürlich dürft Ihr euch auf der Burg etwas umsehen, sofern Ihr nicht die Gebäude betretet." Der Wachsoldat wunderte sich ein wenig über den ungewöhnlichen Wunsch von Methos, denn Touristen, die zur Burgbesichtigung nach Dover kamen, waren zu dieser Zeit noch unbekannt. Aber sein Gegenüber hatte gültige Papiere und kannte scheinbar das Gelände, denn er hatte den Platz, wo er hinwollte, genau beschrieben. Methos bedankte sich höflich und ging durch das große Eingangstor der Constable Wache. Als er die Gegend erreichte, wo vor Jahren einmal die Baustelle und der Eingang für die Katakomben waren, ging er ganz langsam in westlicher Richtung, genau über der Stelle, wo einst der Weststollen gegraben wurde. Langsam, jedoch ohne von der Richtung abzuweichen, ging er eine Strecke von etwa 50 Metern immer wieder auf und ab. Plötzlich verspürte er einen leichten Buzz und ein breites Grinsen kam in sein Gesicht. "Hab ich euch gefunden, alter Freund!!!!" Er legte ein paar Steine an die Stelle, wo er den Buzz verspürte und setzte sich in einen Winkel der Stadtmauer. Dort wartete er die Nacht ab.

Als Ruhe in das Burgtreiben eingekehrt war und ein Soldat auf seiner Runde nur wenige Meter an ihm vorbei gegangen war, kam er heraus aus seinen Versteck und ging zu einem Gewölbe unterhalb der Burgmauern. Hier hatten die Gärtner ihre Geräte abgestellt. Methos nahm sich nur einen Spaten ging damit zu der Stelle, die er mit Steinen makiert hatte und fing an zu graben. Er hatte Glück, daß es eine unübersichtliche Stelle war, so kamen die Wachleute nicht nahe genug heran, um den Berg zu sehen, den Methos nach 2 Stunden angehäuft hatte. Der Boden war weich und er konnte für seine Verhältnisse schnell vorran. Jetzt sah er sich am Ziel seines Treibens, denn er hatte eine Hand ausgegraben, an dessen Mittelfinger sich ein Ring mit dem Siegel eines englischen Königs, der schon seit 200 Jahren tot war, befand. Er schaufelte mit blosen Händen weiter und als er den Körper des Mannes befreit hatte, zu dem diese Hand gehörte, schlug dieser die Augen auf. "Aber hallo, edler Freund, ich glaube nicht, daß Ihr die Magdt seid, die ich erwarte." Methos lächelte: "Ich glaube auch nicht, daß sie noch kommen wird." "Ihr irrt Euch Mister Adams.", beim abklopfen seines Schmutzes stieg er aus dem tiefen Loch, daß Methos gegraben hatte. "Noch nie hat eine Dame den unwiederstehlichen Charme eines Hugh Fitzcairn wiederstehen können." "Diese hier schon," auch Methos kommt aus dem Loch gekrochen und klopft seinen Dreck ab. "sie ist sterblich und deswegen auch nicht mehr da." Fitz's Gesicht verhärtet sich:"Ermordet?- wer war's?- ich leg ihn um!" "Es gibt Menschen, die können ewig leben," Methos geht gar nicht auf Fitz ein, sondern fängt seine eigene Geschichte an, " und wir beide gehören dazu."

Er erzählt ihm die ganze Geschichte der Unsterblichen. Ungläubig hört Fitz zu, ohne jedoch zu unterbrechen. Zwischendurch mußten beide noch den Standort wechseln, denn es dämmerte schon und Methos hatte keine Lust erklären zu müssen, wie dieses tiefe Loch im Garten zustande kam. Von einer Wäscheleine bediente sich Fitzcairn noch, denn seine Kleidung war doch mit den Jahren sehr ramponiert worden. Fitzcairn"Ihr wollt damit sagen, daß ich über 200 Jahre im Lehmboden überlebt habe?", Fitz greift sich an den Kopf. "Das ist doch unmöglich, Benni." "Ach Hugh, ich hab euch das doch eben erklärt, Ihr seid gestorben wie andere auch, nur bei Euch war es etwas anders. Nachdem Ihr unter den Geröllmassen erstickt seid, seid Ihr des öfteren wieder aufgewacht und vor Hunger und Mangel an Luft erneut gestorben. Ihr habt das ganze erlebt, wie eine unruhige Nacht, aber es sind 200 Jahre vergangen!!"

"Moment, dann gibt es alle, die ich kannte, gar nicht mehr?", Fitzcairn schüttelt den Kopf , "Der König Henry III. lebt nicht mehr? - Ich frage mich, warum Ihr mich 200 Jahre im Dreck habt liegenlassen?" "Wenn ich ehrlich bin", versuchte Methos sich zu entschuldigen, "Ich bin nach Europa geflohen und habe mit der Zeit vergessen, beziehungsweise, ich war mir auch nicht sicher, daß Ihr wirklich dort unten gelegen habt." "Na ja, ich denke, ich kann Euch verzeihen", Fitzcarn richtete sich die Kleidung noch ein wenig und beide schlichen sich an den Wachen vorbei aus der Burg. "Nur eins noch", fing Fitzcarn wieder die Unterhaltung an, "Ihr sagtet doch etwas von Köpfen und Schwertern, brauche ich da nicht auch so ein Schneidewerkzeug ?" "Alles zu seiner Zeit," sagte Methos, der es sich auf einem Rasenstück am Fuße der Burg gemütlich gemacht hatte und in Richtung des Kanals blickte,"erst müßt Ihr die Regeln der Unsterblichen lernen, solange steht ihr unter meinen Schutz und könnt an eueren Kampfstil arbeiten. Ich stehe euch gerne als euer Mentor zur Verfügung." Dann sagten beide eine Weile nichts mehr, beobachteten wie die Sonne hinter der See auftauchte und lauschten, wie die Wellen auf die weißen Klippen trafen.

Paris Hausboot: 16:30
"Wo meinst du, gehen wir mal davon aus, es ist wirklich so, daß Richie verschüttet wurde, ist er eingestiegen?" fragt Duncan mit einen Blick zu Dawson. Dawson holt eine Karte aus der Brusttasche seines Jackets und legt sie ausgebreitet auf dem Tisch. "Also hier ist die Saine und das Hausboot, hier "Le Blues Bar" und dort sind die Katakomben eingestürzt. Da kann Richie nur hier eingestiegen sein. Da gibt es nur noch ein Problem. Wir können dort nicht hinunter, denn da befindet sich jetzt eine Betonmauer. Man wollte so die Drugkids loswerden, die sich ihre Verstecke unter der Erde von Paris gesucht haben." "Was ist das hier?", Duncan zeigt auf eine Linie, die fast parallel zu den Katakomben verläuft. Dawson schaut auf die Zeichenerklärung der Karte. "Das sind Überflutungsrohre, damit das Regenwasser schneller abläuft. Ja -genau, von dort kann man ein Loch zu den Katakomben graben." Dawson geht und telefoniert, während Duncan und Methos sich bei Maurice für die Bewirtung bedanken. Sekunden später stehen die drei vor dem Boot.